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DAS AUTO von Siegfried Marcus

Die Geburt der revolutionären Automobilisierung aus dem Geiste des Malchiner Schlossers Siegfried Marcus

Ein Text von Kevin Rittberger

Zur Zeit der europaweit isolierten Pariser Commune von 1871 feilt der Mechaniker Siegfried Marcus aus Malchin, Mecklenburg, an der Automobilisierung der Menschheit. Die Erfindung der Automobilisierung ist zugleich die Erfindung der Karbonisierung der Luft, wofür Marcus 1865 sein erstes Privileg erteilt bekommt. Wie lange würde es nun noch dauern, bis das erste Auto in Serie ginge, wie lange, bis es für jeden erschwinglich wäre?  Warum würde sich hinterher keiner mehr an den ersten Dampfbus aus London erinnern, den „puffenden Teufel“ von 1830, Stunde Null des öffentlichen Nahverkehrs?

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Bernd Kleist, 56 (Dorfaktivist & Ladenbesitzer, Gessin)

„In Gessin leben wir Soli­da­rität. Für Besucher gibt es freie Stellplätze für Wohnmobile. Wir bieten den Leuten auch an, die Toiletten und Waschgelegenheiten im Mittelhof zu nutzen. Das spüren die Touristen. So werden Gäste und Urlauber zu Nachbarn auf Zeit“.

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Das Dorf Gessin liegt im Landkreis Demmin, einer Region mit extrem hoher Abwanderungsquote. Seit 1991 fiel hier jeder dritte Arbeitsplatz weg. 17 Prozent  der Bewohner im erwerbsfähigen Alter leben von finanzieller Hilfe – ein deutscher Rekord. Als Bernd Kleist bei einer Informationsveranstaltung des Landes zu demografischem Wandel von seinem Sitznachbar hörte, „Bernd, weißt Du wie es ist, jeden Tag aus der Dose zu fressen?“ war klar, es musste sich etwas ändern.

Der ehemalige Lehrer und Verwaltungsangestellte gründete gemeinsam mit seinen Dorfnachbarn den Verein Mittelhof Gessin e.V., baute ein altes Gebäude seines Anwesens zu einem CO2-neutralen Dorfhaus um und brachte ‚Leben in die Bude’. Vom Männerabend, über die Gründung einer eigenen Schule, bis hin zum gemeinsamen Mittagstisch, Konzerten, Mal-, Computer-, Keramik- und Filmaktivitäten – die Bewohner krempelten ihr Dorf um. Heute kommen viele Besucher, um zu lernen, wie sie es gemacht haben. Auch moderne Initiativen mit technischem und touristischem Weitblick tragen dazu bei: Gessin hat die einzige E-Tankstelle der Region.

Im September 2013 startete das neueste Projekt von Kleist und seiner Frau Maria, die Gründung eines Naturkostladens in ihrem Mittelhof. Dort schenkt Kleist nun Kaffee aus und schnackt mit bekannten und unbekannten Gesichtern. Gegenüber des Ladens befindet sich die liebevoll renovierte Dorfkapelle: „Maria und ich haben dort geheiratet – das war wahrscheinlich die erste Hochzeit seit 100 Jahren. Früher gab’s hier nur Beerdigungen.“

Gessin ist ein „Bauerndorf“ mit 70 Bewohnern (davon 15 Kinder). „Keiner will aus dem Dorf weg,“ sagt Bernd Kleist. Und trotzdem ist klar, das Dorf wird älter. Statt dem Altern hilflos zuzusehen, haben sich die Bewohner jedoch bewusst dafür entschieden „gemeinsam kulturvoll zu altern.“ Dazu gehört, sich schon jetzt gut kennenzulernen, Kultur ins Dorf zu holen und gemeinsam Lebensräume und Transportnetzwerke zu schaffen, auf die man im Alter vertrauen kann.

Auf die Frage, was das Dorf in Zukunft braucht, antwortet Kleist: „Noch mehr Nachhaltigkeit und weitere Entwicklungen. Unser Dorf hat Lust auf Wandel.“

Kathrin Wetzel, 46 (Bildhauerin, Gessin)

„Nach der Wende war alles möglich. Die Verwandt­schaft hat es damals in den Westen gezogen. Ich habe nie weggewollt. Ich liebe die Landschaft. Sie hat mich geprägt.”

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Die Skulptur “Die Wartende” steht auf einem Sockel im Garten vor dem Atelier von Kathrin Wetzel. Ein genauer Blick auf die Hände offenbart eine starke Körperspannung. Im nächsten Augenblick könnte sich die Figur drehen. Oder direkt aus dem Stand losschreiten – als wäre der Moment festgehalten, in dem die Entscheidung für eine Bewegung getroffen wird.

Die gebürtige Gielowerin lebt mit ihrem Mann und ihren sieben Kindern in Gessin, einem Ortsteil von Basedow. Wetzel nennt sich selbst die ‚ewig Suchende’, sie erkundet immer wieder neue Pfade. Über die Jahre arbeitete sie als Bauzeichnerin, psychologische Beraterin und Kinderbetreuerin. Alle Erfahrungen kamen ihr zugute, erinnert sie sich. Ihrer Meinung nach lernte sie dadurch Menschen wirklich zu ‚erkennen’.  Vor zwei Jahren machte sie sich dann als Bildhauerin selbstständig.

Das Studium absolvierte Wetzel an der Rostocker Technischen Kunstschule. Ihre Tage waren lang. Nachdem sie die Jüngsten zur Kita und zur Schule brachte, fuhr sie die 80 km zur Kunstschule. Um 9 Uhr startete ihr Unterricht, um 15 Uhr endete er. Im Gespräch erinnert sie sich, wie tief zufrieden sie immer nach Hause gekommen sei: “Das ist ein ganz altes Handwerk, das ich hier umsetze.“ Auch für ihre Kinder sei es eine Bereicherung, dass sie Bildhauerei studiert habe. Ironisch sprechen sie von einer ‚Atelierisierung’ des Hauses.

Wetzels Mann Bernd und dessen Eltern, die gemeinsam auf dem Hof leben, sind Landwirte. Es schmerzt sie zu sehen, wie viele Lebensmittel in Deutschland täglich im Müll landen: „Ich habe zu Bernd gesagt, warum stehst du morgens überhaupt noch auf, wenn 10 Prozent unserer Lebensmittel weggeschmissen werden?“

Gessin ist ein Dorf, in dem Bürger seit etlichen Jahren ihre Dorfgemeinschaft aktiv (um)gestalten – für sich, für ihre Kinder, für die Alten. Wetzels Wurzeln in der Mecklenburgischen Schweiz sind sehr stark. Nur ein einziges Mal habe sie ernsthaft darüber nachgedacht wegzuziehen – aus Angst, ihre Kinder nicht vor rechtsradikalen Übergriffen schützen zu können: „Die sind eben geradeheraus, nehmen kein Blatt vor den Mund.“

Herr Scherer über Bildung und Kultur (Schuldirektor, Malchin)

Interview mit Herrn Scherer, dem Schuldirektor vom  Fritz-Greve-Gymnasium: Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach Bildung uns Kultur für die Zukunft von Malchin?

 [August 2015, gekürzt und zum Teil modifiziert]

Über die Stadt Malchin und seine Bevölkerung

Stadttor von Malchin

Stadttor von Malchin

Ich selbst lebe nicht in Malchin, wie auch viele Lehrer des Hauses keine Malchiner sind. Gleichwohl bin ich hier seit 10 Jahren mit dem Herzen in der Schule und habe auch Vorstellungen, die die Kommune hier betreffen und die Entwicklung dieser kleinen Stadt.

Dass so viele von Lehrkörper nicht hier wohnen, hängt auch damit zusammen, dass man in diesem Ort Malchin, nicht gut leben kann. Das geistig kulturelle Milieu, der geistig kulturelle Hintergrund in so einer kleinen Stadt wie in Malchin, ist für mich persönlich zum Leben nicht gut geeignet.

Malchin, ist ein Ort dessen Bevölkerung seit der Wende mehr als halbiert ist. Es gibt kaum Industrie, es gibt im Vergleich zu anderen Regionen  noch relativ viele industrielle Betriebe, aber im Vergleich zu früher ist das extrem zurückgegangen. Die sozial-demographische Struktur ist richtig schwierig geworden. Nicht nur die Altersstruktur, sondern auch Sozialgeographie, die da durchschlägt. Wir merken das auch hier in der Schule, ähm, mehr als die Hälfte unserer Schüler kommt nicht aus Malchin.

Mit dem Wegfall staatlicher Einrichtungen in Malchin, mit dem Wegfall kultureller Einrichtungen, ist eben dieser Aderlass diesbezüglich kräftig voran geschritten. Malchin war früher mal eine Kreisstadt. Es gibt mittlerweile – es gibt Gott sei Dank – noch ein Krankenhaus (Außenstelle des Klinikums von Neubrandenburg). Es gibt Gott sei Dank noch sehr viele verschiedene Schulen am Ort, das ist durchaus nicht typisch. Es gibt  vergleichbare Orte in Mecklenburg-Vorpommern, die haben bestenfalls noch eine kleine Grundschule. Und wir haben hier von Gymnasium bis zu Förderschulen und Berufsschulen immer noch das ganze Spektrum. Das ist schon bemerkenswert. Aber das war’s dann. Und damit verbunden ist, damit einher geht ein gewisser Aderlass einer bestimmten Bevölkerungsgruppe.

Kultur auf dem Land, Brache in der Stadt

Gessin

Gessin

Es ist in vielen Zusammenhängen zu erkennen, dass der Anteil der wirklich gut qualifizierten, kultivierten Leute zunehmend abnimmt. Die, sagen wir mal, Eliten der Stadtverwaltung usw. leben alle nicht in Malchin. Die leben in Dörfer hier drum herum, in einer wunderschönen Gegend und bereichern in ihren Dörfern das kulturelle Leben. Es ist hoch beeindruckend was in Dörfern wie z. B. Gessin passiert. Nur davon bekommt die Stadt Malchin nichts ab! In Malchin sind – zugespitzt formuliert -die geblieben, die diese Möglichkeit nicht hatten. Diese sozialen Verwerfungen der letzten 20 Jahre merkt man.

Was die Zukunft, die nahe Zukunft, von Malchin und sehr vieler anderer Mecklenburgischer Kleinstädte betrifft, da gibt es von vielen Experten zahlreiche Prognosen. Der einzige Weg, diesen Gemeinden wieder Leben einzuhauchen, geht meiner Ansicht nach nur über Kultur. Dann bekommt man vielleicht die Menschen hierher, die man haben möchte. Auch wenn das arbeitsmäßig und vom wirtschaftlichen Hintergrund natürlich keine Konkurrenz aufbauen kann zu Hamburg oder zu solchen Kernen, Berlin, oder wie auch immer. Vielleicht muss man auch abwarten, bis in diesen großen Zentren diese Systeme kollabieren. Bis alle erkennen, dass man auch auf dem flachen Land gut leben kann. Das zu einem guten Leben auch mehr gehört, als nur mehr Geld zu verdienen.

Vielleicht wird das auch so sein, dass in 50 oder 60 Jahren einige Orte nicht mehr existieren werden. Oder sie existieren, sind aber von der öffentlichen Versorgung getrennt. Es wir auf lange Sicht  nicht möglich sein, jedem kleinen Ort infrastrukturell Leben einzuhauchen, das wird einfach finanziell nicht machbar sein.

Tourismus als Lösung aller Probleme?

Na, ich denke es gibt in Deutschland so viele Regionen die touristisch interessant sin, nicht nur Mecklenburg-Vorpommern. Es gibt sehr viele Regionen! Es ist ein riesiger Fehler, wenn man aus wirtschaftspolitischer Sicht allein auf Tourismus setzt. Man muss auch sehen, was der Tourismus mit der Gegend macht, nicht nur ökologisch. Besonders, wenn es in Massentourismus ausartet. Z. B. an der Ostseeküste, da will man sich nicht mehr aufhalten im Sommer, weile es Wirklich unerträglich ist!

Die große Landflucht

Landidylle |Landflucht

Landidylle |Landflucht

Aber ich könnte mir vorstellen, dass die Zahl der Menschen die diese spezielle Art zu leben mögen, in naher Zukunft zunehmen wird. Ich denke von staatlicher, zentraler Stelle aus sind diese Dinge, die wir gerade haben (Klimawandel, Migration…) mit dem Kapitalismus nicht zu lösen. – Der Kapitalismus kann aus sich selbst heraus die anstehenden Probleme nicht lösen. – Es wird eine Bewegung stattfinden, die Leute werden wieder aufs Land gehen, besonders die Leute mit Kindern.

Mitwirken erlaubt und keinen interessierts

Es gibt Regeln, gesetzliche Regeln die also vorschreiben, die wir als Schule mit den Eltern zu arbeiten haben. Das ist das Formale und das passiert auch. Es gelingt uns bestenfalls punktuelle, über diesen Rahmen hinaus die Eltern mit einzubeziehen. Die Schule ist eine staatlich Einrichtung, die Lehrer sind Amtsträger, der Schulleiter ist ein Amtsträger und wird auch per se beargwöhnt.

bored-16811_1280Es ist in Deutschland, lange lange vorbei, das Kinder es als Errungenschaft, als Glück wahrnehmen, dass sie zur Schulen gehen können. Also, Gott sei Dank nicht von allen, aber von vielen wird Schule als notwendiges Übel, als notwendige Pflichtaufgabe angesehen. So ganz pragmatisch. Man muss seinen Schulabschluss machen, um später einen Job zu bekommen.

Für Eltern ist ein Lehrer gut, wenn das eigene Kind den Lehrer mag. Für Eltern ist eine Schule gut, wo das Kind gerne hingeht und wo es gute Noten hat. Das schließt natürlich ein, das man in Einzelfällen auch sehr nett und freundlich miteinander umgeht. Das ist der Vorteil einer ländlichen Region. Ich wünschte mir schon, dass sich auch Eltern von älteren Schülern mehr interessierten. Sie sollen ja nicht mitmachen, das ist unser Job, aber dass sie sich interessieren.

Es gibt leider, leider recht viele Eltern, die gefühlt der Meinung sind, dass für die Erziehung der Schüler ausschließlich die Schule zuständig ist. Und es gibt Lehrer die die gegensätzliche Meinung vertreten. Die sagen, sie bringen nur Wissen ein.

Ein Beispiel, wir haben hier bei uns in der Schule ein rigoroses Handyverbot. Während des Schultages darf keiner ein Handy benutzen. Im Wesentlichen bekommen wir das durchgesetzt. Es gibt viele Eltern, die uns auf die Schultern klopfen uns sagen, gut, haltet das durch. Aber zuhause am Esstisch bekommen sie das nicht durchgesetzt.

Schule als Leuchtturm für Kultur und Bildung

Ja und wir als Schule, als Gymnasium versuchen ein kleine kultureller Leuchtturm zu sein. Nicht aus profilneurotischer Sicht, sondern weil das für die Kinder wichtig ist. Das ist ein Grund mit, warum wir hier in der Schule einen sehr hohen Aufwand betreiben, besonders im musischen Bereich sehr viel Anregungen zu geben für unsere Schüler. Konzerte, und Kulturveranstaltungen und solche Dinge.

Kulturnacht in Malchin am Fritz-Greve-Gymnasium | gymnasium-malchin.de

Kulturnacht in Malchin am Fritz-Greve-Gymnasium | gymnasium-malchin.de

Das größte Projekt hier in unserer Schule findet bald zum 10. Mal statt – die Kultur-Nacht. Alle Schulen der Stadt, auch Privatschulen aus der Umgebung und die Musikschule machen mit – vom Förderschüler bis zum Musikschüler der bei „Jugend Musiziert“ Preisträger ist. Jeder kann kommen und zuschauen.

Wir haben verschiedene Gruppen, z. B. einen Chor.  Alle unsere Schüler werden „gezwungen“ auch mal ein klassisches Konzert zu besuchen. Aber wir gehen auch zu moderneren Veranstaltungen: Musicals in Hamburg, Jazz in Rostock. Von er Geographie liegt Malchin so günstig dass man Berlin Hamburg und Rostock relativ schnell erreichen kann. Wir versuchen das zu streuen. Einige nehmen das an, und interessieren sich. Unsere Schüler gestalten auch kleinere Programme mit dem Bibliotheksverein und mit der Musikschule zusammen.

19. September 2015

19.09.2015 Teilnehmerinnen der Internationalen Sommeruniversität Fokus Land portraitieren zwei Malchinerinnen.

Sehrin Sohrsh, (Krankenschwester) und Silke Schulz, (Radiomacherin).

 

Weitere Portraits von Malchinern und Malchinerinnen finden Sie in MENSCHEN IN UND UM MALCHIN

28. August 2015 | Außergewöhnlicher Start von Zukunftsstadt Malchin

Am 29.08.2015 eröffnete Malchin das Projekt „Zukunftsstadt Malchin“ mit einem Stadtspaziergang. In Zusammenarbeit mit der Internationalen Sommeruniversität wurden bei einem Spaziergang u.a. Ideen und Vorschläge der Studierenden aus acht Ländern vorgestellt.
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UMWELTVERSCHMUTZUNG

Umweltverschmutzung und Abfall hatten lange Zeit, in der Menschen diesen Planeten bewohnen, nur eine lokale Bedeutung. In den vergangenen Jahrzehnten wuchs das Bewusstsein für die menschlichen Einflüsse auf die Erde in der Gesellschaft.

Die Verschmutzung der Luft, des Bodens und des Wassers wird durch verschiedene Gründe ausgelöst und wird für Gemeinden und Länder weltweit zu einem immer größeren Problem. Während einige Maßnahmen ergriffen wurden,  um die Umweltverschmutzung zu bekämpfen – von lokalen Müllsammelaktionen, Recyclingprozessen (Kreislaufwirtschaft) bis hin zu nationalen Aktionsplänen zum Umgang mit Sondermüll – verstärkt die zunehmende Globalisierung das Problem weiterhin, da mit den gehandelten Dienstleistungen und Güter auch immer mehr Müll exportiert wird.

Eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts ist es, Wege zu finden, um trotz einem Anwachsen der Weltbevölkerung die Menge und den Einfluss von Umweltgiften auf unsere natürlichen Ressourcen zu reduzieren.“

Lesen Sie hier mehr:

The Encyclopedia of Earth

CHANGE AGENTS (Manager des Wandels)

Das Konzept der Change Agents (Manager des Wandels) wird vom Wissenschaftlichen Beirat zu globalen Umweltveränderungen der Bundesrepublik Deutschland (WBGU) vertreten. Sie werden als Notwendigkeit für einen schnellen Wandel (Transformation) der Gesellschaft angesehen.

Change Agents unterstützen einzelne Veränderungen. Zunächst kann es sich bei Change Agents um einzelne Personen oder kleine Gruppen von Menschen handeln, die sich über den Status Quo austauschen und manchmal – auch unbewusst – die schnellere Verbreitung von Innovationen und gesellschaftlichen Wandel vorantreiben. Sie propagieren Innovationen indem sie den aktuellen Stand der Politik (Business as Usual) und mögliche Alternativen hinterfragen.

Häufig werden gesellschaftliche Innovationen weniger durch bestehendes Faktenwissen, als vielmehr durch einen Wandel in den inneren Einstellungen und Motivationen vorangetrieben. Diese können sich durch das unmittelbare Umfeld oder Kommunikationsmaßnahmen verändern.

Die Geschwindigkeit des Wandels (und ob sich überhaupt nachhaltig etwas verändert) hängt stark von den einbezogenen Akteuren selbst und den bestehenden Strukturen und Möglichkeiten ab.

Quellen und weitere Literatur:

WBGU (2011): World in Transition: A Social Contract for Sustainability, Kapitel 6. Berlin.www.wbgu.de

Rogers, E. M. (2003): Diffusion of Innovations. New York: Free Press. Grin, J., Rotmans, J. and Schot, J. (2010): Transitions to Sustainable Development. New Directions in the Study of Long Term Transformative Change. London: Routledge.
Leggewie, C. and Welzer, H. (2009): Das Ende der Welt, wie wir sie kannten. Klima, Zukunft und die Chancen der Demokratie. Frankfurt/M.: Fischer.
Gladwell, Malcom (2001): Tipping Point. How Little Things Can Make a Big Difference. New York/Boston: Back Bay Books.
Kristof, K. (2010): Wege zum Wandel. Wie wir gesellschaftliche Veränderungen erfolgreich gestalten können. München: oekom.