Archiv der Kategorie: GLOSSAR

ÜBERSICHT GLOSSAR

„Waste cocobeach india“ by Hajj0 ms – CC BY-SA 3.0

UMWELTKATASTROPHEN

Gefahren und Katastrophen beschreiben eine Reihe von Phänomenen, welche durch natürliche und oder menschliche Prozesse verursacht werden.

Natürliche Phänomene umfassen Hurrikans, Tornados, Erdbeben und Vulkanausbrüche. Es gibt allerdings auch Katastrophenereignisse, bei denen der Mensch eine Mitverantwortung trägt. U. a. können z. B. Überflutungen natürlichen Ursprungs durch menschliche Einflüsse noch verstärkt werden und zahlreiche Waldbrände sind durch Menschen gemacht. Hinzu kommen Katastrophenereignisse, welche ganz menschlichen Ursprungs sind, wie z. B. das Öl-Leck in Deepwater Horizon in Bhopal, welches eine der größten Umweltkatastrophen mit einem riesigen Ölteppich auf der Bucht von Mexiko verursachte.

Ungeachtet der Ursache, sind menschliches Leben und Wohlergehen durch solche Katastrophen genauso stark betroffen, wie die Umwelt. Gefahren und Katastrophen bedrohen Menschen weltweit, ungeachtet der politischen Systeme, Ort und anderer Faktoren, welche sonst zur Unterscheidung herangezogen werden.

ÖKOLOGIE (Umweltforschung)

Ökologie (Umweltforschung) ist die Wissenschaft von den Interaktionen und dem Zusammenwirken der Lebensgemeinschaften innerhalb der Flora und Fauna einer Region (Biota). Sie umfasst außerdem die abiotischen Einflüsse (unbelebte Natur) wie Boden, Wasser und Klimaverhältnisse.

Die Ökologie befasst sich demnach mit den Interaktionen zwischen Pflanzen und Tieren wie z. B. der Nahrungsaufnahme, der Auswahl von Nistplätzen und Verstecken und dem Konkurrenzverhalten.

Über Zeitperioden hinweg wird auch der Einfluss von sich verändernden Landschaften wie z. B. die Vegetationsfolge betrachtet. Die Erhaltung der Lebensräume nützt nicht nur der Erhaltung von einzelnen Spezies, sondern von ganzen Artengemeinschaften aus Flora (Pflanzen) , Fauna (Tieren) und Mikroorganismen innerhalb eines Ökosystems.

Betrachtete Elemente sind z. B. Genetik, Spezialisierung, Populationsdynamiken, Pflanzengemeinschaften und Raubtier-Beutetier-Wechselwirkungen. Prozesse die zur Genetik gehören umfassen Mutationen, genetischen Drift und Flaschenhals-Effekte.

Innerhalb der Interaktionen von Flora und Fauna gibt es viele Arten von beschreibenden mathematischen Modellen, welche die räumlichen Beziehungen, und Populationsentwicklungen einzelner Arten und Ordnungen von Lebewesen (Taxa) beschreiben können. Abgesehen von den Modellen für Wachstum und Rückgang gibt es spezielle Analysen welche Samenverteilung, Migrationsmuster, Symbiosen und Bestäubung beschreiben können. Die abiotischen Faktoren können ebenfalls in diese Modelle mit einfließen.

Das Nahrungsnetz kann nur verstanden werden, wenn man sowohl autotrophe [1], herbivore [2] als auch carnivore [3] Organismen miteinbezieht. Dazu gehört auch ein Verständnis von Krankheitsübertragung, Aufbau und Abbau organischer Substanz.

Aktuell viel diskutierte Themen sind die Fragmentierung von Lebensräumen, Rückzugsorte und biologische Korridore. Diese werden oft im Zusammenhang mit der Erhaltung ganzer Artengemeinschaften, Ökosysteme und Strategien zum Naturschutz betrachtet.

[1] „Unter Autotrophie (wörtlich „Selbsternährung“) wird in der Biologie die Fähigkeit von Lebewesen verstanden, ihre Baustoffe ausschließlich aus anorganischen Stoffen [z. B. durch Photosynthese] aufzubauen. Dieser Stoffaufbau erfordert Energie.“ Siehe Wikipedia

[2] Herbivore ernähren sich von den autotrophen Organismen und werden auch als Pflanzenfresser bezeichnet. Sie sind Primärkonsumenten, da sie in der Nahrungskette ganz vorne stehen.

[3] Carnivore ernähren sich hauptsächlich oder ausschließlich von tierischem Gewebe  und werden auch als Fleischfresser bezeichnet. Je nachdem, wo sie in der Nahrungskette stehen, sind sie Sekundär- oder Tertiärkonsumenten.

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Encyclopedia of Earth

UMWELTVERSCHMUTZUNG

Umweltverschmutzung und Abfall hatten lange Zeit, in der Menschen diesen Planeten bewohnen, nur eine lokale Bedeutung. In den vergangenen Jahrzehnten wuchs das Bewusstsein für die menschlichen Einflüsse auf die Erde in der Gesellschaft.

Die Verschmutzung der Luft, des Bodens und des Wassers wird durch verschiedene Gründe ausgelöst und wird für Gemeinden und Länder weltweit zu einem immer größeren Problem. Während einige Maßnahmen ergriffen wurden,  um die Umweltverschmutzung zu bekämpfen – von lokalen Müllsammelaktionen, Recyclingprozessen (Kreislaufwirtschaft) bis hin zu nationalen Aktionsplänen zum Umgang mit Sondermüll – verstärkt die zunehmende Globalisierung das Problem weiterhin, da mit den gehandelten Dienstleistungen und Güter auch immer mehr Müll exportiert wird.

Eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts ist es, Wege zu finden, um trotz einem Anwachsen der Weltbevölkerung die Menge und den Einfluss von Umweltgiften auf unsere natürlichen Ressourcen zu reduzieren.“

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The Encyclopedia of Earth

BIODIVERSITÄT (Artenvielfalt)

„Das Wort „Biodiversität (Artenvielfalt)“ ist die verkürzte Form von „biologischer oder genetischer Vielfalt“ bzw. „Artenreichtum“.  

Das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) definiert Biodiversität als:

„Die Vielfalt unter allen lebenden Organismen, u. a. terrestrischer (Land), mariner (Meer) und anderer aquatischer (Wasser) Ökosysteme [1] und die ökologischen Verbände von welchen sie Teil sind; dies umfasst die Vielfalt innerhalb einer Spezies (Art), zwischen Spezies und von Ökosystemen.“

Biodiversität beinhaltet die genetische Vielfalt innerhalb von einer Spezies im Allgemeinen, innerhalb einer Spezies in einer Region und die Vielfalt der Lebensräume in einer bestimmten Landschaftsform.

Diese sehr breit umfassende Definition, kann die Ursachen für die inflationäre Verwendung des Begriffs „Biodiversität“ sein. In Extremfällen, wird der Begriff auch für „Leben“ oder „Biologie“ im Allgemeinen verwendet. Der Begriff „Biodiversität“ bezeichnet aber lediglich die Vielfalt lebender Organismen.“

[1] „Ökosysteme sind Lebensgemeinschaften von Organismen mehrerer Arten (Biozönose) und ihrer unbelebten Umwelt, die als Lebensraum oder Biotop bezeichnet wird.“ Siehe Wikipedia

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The Encyclopedia of Earth | Biodiversity

KLIMAFLÜCHTLINGE

Klimaflüchtlinge sind Menschen die ihre Heimat und ihre Gemeinden, aufgrund von Auswirkungen des Klimawandels und der globalen Erwärmung, verlassen müssen.

Ein Wandel des Weltklimas kann durch natürliche Ereignisse wie Vulkaneruptionen, genauso wie durch menschliche Aktivitäten ausgelöst werden. Das Weltklima hat sich seit der Entstehung der Erde vor vielen Milliarden Jahren mehrmals gewandelt.

Die globale Erwärmung ist die jüngste Periode im Wandel des Weltklimas. Menschliche Aktivitäten, wie die Verbrennung fossiler Rohstoffe und die Abholzung der Wälder, tragen zum Klimawandel bei, denn hierdurch werden Treibhausgase in die Atmosphäre freigesetzt. Treibhausgase verhindern die Wärmeausstrahlung der Erdatmosphäre in den Kosmos, sodass sich diese immer mehr aufheizt.

Steigende Temperaturen veranlassen das Schmelzen der Gletscher und der Polkappen. Dadurch können Überflutungen und das Ansteigen des Meeresspiegels ausgelöst werden. Steigende Temperaturen führen außerdem zu Dürreperioden und Desertifikation (Wüstenbildung) – die Umwandlung von urbarem Land in Wüstengebiete.

Einige dieser Effekte, wie z. B. der Meeresspiegelanstieg, welcher zur unumkehrbaren Überflutung von Landflächen führt, können große Gebiete unbewohnbar machen. Andere Effekte, wie Dürreperioden, die den Mangel lebenswichtiger Ressourcen wie Trinkwasser zu Folge haben, können Menschen zum Verlassen ihrer angestammten Gebiete treiben.

Klimaflüchtlinge sind Teil einer größeren Gruppe von Immigranten, welche als Umweltflüchtlinge bezeichnet werden. Umweltflüchtlinge umfassen Immigranten die von Naturkatastrophen, wie z. B. Vulkanausbrüche oder Tsunamis betroffen sind und darum Haus und Hof hinter sich lassen müssen, um einen neuen  Ort zum Leben zu finden.“

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National Geographic | Climate Refugee

KLIMAWANDEL

„Der Klimawandel ist eine unvermeidbare und dringende globale Herausforderung, mit lang anhaltenden Einflüssen auf die nachhaltige Entwicklung aller Staaten. 2007 warnte das  Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC, Zwischenstaatlicher Ausschuss über Klimaveränderung oder Weltklimarat) im Viertern Sachstandsbericht vor sich verändernden Klima-Mustern und einem Ansteigen des Meeresspiegels, durch die durch Menschen verursachte ansteigende Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre.

Für viele ist mittlerweile erwiesen, dass sich ein erwärmendes Weltklima auf die Verfügbarkeit von für die menschliche Existenz lebenswichtigen Ressourcen auswirken wird. Dazu gehört z. B. die Verfügbarkeit von Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Energie. Um Abhilfe zu schaffen, wurden Anpassungs- und Abmilderungsmaßnahmen beschlossen, welche der weltweiten politischen Agenda als Basis dienen sollen.

Die Verflechtungen zwischen Klimawandel und nachhaltiger Entwicklung sind stark. Der Klimawandel hält sich nicht an geographische Grenzen.  Gerade die armen, sich entwickelnden Länder und insbesondere die LDCs (Least Developed Countries, am wenigsten entwickelte Länder) werden am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffen sein. Es sind gerade jene Länder, die am wenigsten in der Lage sind, sich auf die zu erwartenden Einflüsse auf Gesellschaft, Wirtschaft und Ökosysteme vorzubereiten.

Die IPCC rechnet bis 2080 mit Millionen Menschen, die aufgrund des Klimawandels und seinen Folgen fliehen müssen. Besonders die in stark besiedelten Ländern lebende Bevölkerung, die zum großen Teil nur wenige Zentimeter über dem Meeresspiegel liegen und von den absehbaren Überflutungen betroffen sind, wird diese Gebiete verlassen müssen. Die SIDS (Small Island Developing States, Kleine Inselentwicklungsländer) sind bereits heute von Stürmen und dem Schwinden der bewohnbaren Fläche betroffen.“

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Sustainable Development | Knowledge Platform

DESERTIFIKATION (Wüstenbildung)

Desertifikation (Wüstenbildung) ist ein Phänomen, welches eine der größten Herausforderungen unserer Zeit darstellt. Trotzdem haben viele Menschen die Gefahren und die Bedeutung bis heute nicht erkannt.

Obwohl Desertifikation eine Beeinträchtigung von Sanddünen auf fruchtbares Land darstellt, handelt es sich nicht um das Ausbreiten von Wüsten. Vielmehr handelt es sich um die anhaltende Degradation (Verschlechterung) von Ökosystemen in Trockengebieten durch die Eingriffe des Menschen.

Dies beinhaltet u.a. nicht nachhaltige, industrielle Landwirtschaft, Bergbau, Überweidung und Rodung von Wäldern. Hinzu kommt der durch Menschen gemachte Klimawandel, als größter Einflussfaktor auf die Wüstenbildung.“

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World Day to Combat Desertification

CHANGE AGENTS (Manager des Wandels)

Das Konzept der Change Agents (Manager des Wandels) wird vom Wissenschaftlichen Beirat zu globalen Umweltveränderungen der Bundesrepublik Deutschland (WBGU) vertreten. Sie werden als Notwendigkeit für einen schnellen Wandel (Transformation) der Gesellschaft angesehen.

Change Agents unterstützen einzelne Veränderungen. Zunächst kann es sich bei Change Agents um einzelne Personen oder kleine Gruppen von Menschen handeln, die sich über den Status Quo austauschen und manchmal – auch unbewusst – die schnellere Verbreitung von Innovationen und gesellschaftlichen Wandel vorantreiben. Sie propagieren Innovationen indem sie den aktuellen Stand der Politik (Business as Usual) und mögliche Alternativen hinterfragen.

Häufig werden gesellschaftliche Innovationen weniger durch bestehendes Faktenwissen, als vielmehr durch einen Wandel in den inneren Einstellungen und Motivationen vorangetrieben. Diese können sich durch das unmittelbare Umfeld oder Kommunikationsmaßnahmen verändern.

Die Geschwindigkeit des Wandels (und ob sich überhaupt nachhaltig etwas verändert) hängt stark von den einbezogenen Akteuren selbst und den bestehenden Strukturen und Möglichkeiten ab.

Quellen und weitere Literatur:

WBGU (2011): World in Transition: A Social Contract for Sustainability, Kapitel 6. Berlin.www.wbgu.de

Rogers, E. M. (2003): Diffusion of Innovations. New York: Free Press. Grin, J., Rotmans, J. and Schot, J. (2010): Transitions to Sustainable Development. New Directions in the Study of Long Term Transformative Change. London: Routledge.
Leggewie, C. and Welzer, H. (2009): Das Ende der Welt, wie wir sie kannten. Klima, Zukunft und die Chancen der Demokratie. Frankfurt/M.: Fischer.
Gladwell, Malcom (2001): Tipping Point. How Little Things Can Make a Big Difference. New York/Boston: Back Bay Books.
Kristof, K. (2010): Wege zum Wandel. Wie wir gesellschaftliche Veränderungen erfolgreich gestalten können. München: oekom.

STROLLOLOGY (Spaziergangswissenschaft, Promenadologie)

In den frühen 80er Jahren begründete Lucius Burckhardt die Wissenschaft des Spazierengehens, die er als Promenadologie (Englisch: Strollology) bezeichnete. Seine Haupthypothese bestand darin, dass „Design im Unsichtbaren“ besteht (Burckhardt 1980/ 2012).

Alle sichtbaren Objekte sind eingebettet in ein gesellschaftlich-wirtschaftliches System, welches durch den Menschen geformt ist, aber auf den ersten Blick unsichtbar bleibt. Aus diesem Grund bedarf es eines Mittels, Einblicke hinter die Fassade der Dinge zu bekommen.

Burckhardt ermächtigt sich einer Ästhetik, welche nicht zwischen sichtbaren Objekten unterscheidet und sie isoliert. Er versuchte sie in ihren Kontexten zu untersuchen und Muster zu bilden. Laufen ist eine tägliche Erfahrung, welches es einfach macht, solche Muster zu erkennen.

Wenn wir eine Gegend durchqueren, sei es in urbanen oder ländlichen Gebieten, nutzen wir unsere verschiedenen Eindrücke, um einGesamtbild im sozialen Kotext zu generieren.

Quellen und weitere Literatur:

Lucius Burckhardt Writings (2012): Rethinking Manmade Environments. Politics, Landscapes & Design. Editors: Jesko Fezer, Martin Schmitz, Springer Vienna Architecture.

Burckhardt, Lucius (1980/2012): Design Ist Unsichtbar. Entwurf, Gesellschaft und Pädagogik. Martin Schmitz Verlag., engl. version in: Lucius Burckhardt Writings (2012), S. 153ff.
Burckhardt, Lucius (1985): Die Spaziergänger-Schule. Eine Begehung des Parks Wilhelmshöhe in Kassel. Kunstforum International, Bd. 81, S. 294ff.