Bürgerschaft und Wissenschaft diskutierten über Bildung und Kultur, Identität und Selbstverständnis, demographischen Wandel und Gesundheit

Mit mehr als 50 Teilnehmenden fand in der Zukunftsstadt Malchin am 09.02. die Bürgerversammlung zu den Themen Bildung und Kultur, Identität und Selbstverständnis, demographischen Wandel und Gesundheit statt

Waren der Einladung zur öffentlichen Expertenanhörung am Nachmittag des gleichen Tages vorwiegend Stadtvertreter und Mitglieder der Projektgruppe Zukunftsstadt gefolgt, kamen zu der Bürgerversammlung am Abend in der Stadtbibliothek zahlreiche Bürger- und Bürgerinnen aus Malchin und seinen Ortsteilen. Wir zählten am Abend ca. 50 Personen, ein schöner Erfolg. Vielleicht lag es an dem eher offenen Format gegenüber der öffentlichen Veranstaltungsreihe, die zu einzelnen Themen wie Bildung, Mobilität, Gesundheitsvorsorge, regionale und lokale Wirtschaft … sensibilisiert. In der Bürgerversammlung entschieden die Teilnehmenden, in drei Zukunftswerkstätten zu Bildung und Kultur, Identität und Selbstverständnis sowie demographischen Wandel und Gesundheit zu arbeiten.

Bürgerversammlung 09.02.16

Bürgerversammlung 09.02.16

Bürgermeister Axel Müller begrüßte die Teilnehmenden sehr herzlich und ermunterte dazu, zu spinnen und konkrete Zukunftsideen einzubringen. Kurze Inputs zur Stadt-Landbeziehung von Udo Onnen-Weber und zum Stellenwert von Schönheit in der Stadt von Rolf Kuhn dienten den Zukunftswerkstätten, um sich in drei angenehmen Ecken der Stadtbibliothek für eine Stunde in das Jahr 2030 zu versetzen.

Die Ideen und Visionen hier im Überblick

Alle bedauerten, dass am Ende keine Zeit mehr war, die Ideen im Plenum auszutauschen und fordern für die nächste Bürgerversammlung mehr Zeit.

Joachim Borner fasste abschließend zusammen, wie es bis Ende Mai weitergeht:
Es werden die in den vergangenen sechs Monaten gesammelten Zukunftsideen (Interviews, Schüler- und Studentenprojekte, Diskussionen), die heute hier vorgetragenen Ideen, und weitere Ideen, die über den Wettbewerb, über die vielen individuellen Lebensentwürfe, die Diskussionen in der Vortragsreihe zusammengetragen und im Mai in einem großem Wimmelbild vereint.

Parallel arbeiten ab März Zukunftswerkstätten, also Arbeitsgruppen Malchiner Bürger und Bürgerinnen zu Visionen wie digitale Bildungslandschaft/Campus Berufsschule, Familie und Gesundheit, demografischer Wandel, Mobilität und Gesundheitsförderung, kompakte Bebauung und energetische Gebäudeerneuerung, öffentlicher Raum und Ortsteile, Energie, Nahrungsmittel und regionale Wertschöpfung… Die Ergebnisse, also konkrete Gestaltungsvorschläge für Orte wie Marktplatz, Hafen, Berufsschule sowie Themen Ernährung und Gesundheit, Mobilität, Energie u.a. werden öffentlich und zur weiteren Verbesserung freigegeben.

Zusammen mit der Projektgruppe wird dann aus allen kleinen und großen Zukunftsideen die große Geschichte Malchin 2030+ entworfen und auf einer Bürgerversammlung Ende Mai diskutiert.

Diese wird dann als seine übergeordnete Vision beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eingereicht. Und wenn die Jury in Bonn meint, dass die Geschichte Malchin 2030+ eine spannende Geschichte ist und das Potential von neuen Handlungsmöglichkeiten hat – also nicht der bloße Transport der Gegenwart in die Zukunft –, dann hat die Stadt das Glück, einzelne Sachen umzusetzen zu können.

Aber davon unabhängig, gibt es auf jeden Fall eine Abschlussveranstaltung, ein Bürgerfest auf dem Markt.DSC_0658

 

hier

Die Ideen und Visionen hier im Überblick

Aus der AG Identität und Selbstverständnis:DSC_0649
Achtung, wir befinden uns im Jahre 2030+
(Anmerkung der Redaktion)

Die Stadt Malchin und ihre Ortsteile sind 2030 stolz auf

  • ihre Persönlichkeiten und Geschichte (z.B. Siegfried Marcus),
  • auf ihren Natur- und Kulturraum (z.B. Region Malchin, Rosenstadt, Grüne Stadt, Dreistadt, Naturstadt, www – Wasser-Wald-Wiesen, Stadt der Natur und Gesundheit, Stadt fürs Alter, Landschaftsstadt, Stadt für Kinder und Jugend, „Landschaftlich so schön wie früher“, „Das gute Leben ist hier“),
  • auf ihre maritime Infrastruktur („Von Malchin auf die Weltmeere“, Hafenstadt)
  • auf die nachhaltige Nutzung ihrer Naturressourcen (Stadt mit Energie) sowie
  • auf das Zusammenleben (Kulturcarré).

 

Aus der AG demografischer WandelDSC_0655
Achtung, wir befinden uns im Jahre 2016 (Anmerkung der Redaktion)

 Was wäre, wenn

  • Kinder und junge Menschen mehr gefördert werden?
  • man durch Stadtentwicklungspolitik Malchin attraktiv für 50-60 jährige Hamburger und Berliner macht, die hier investieren und mit 65 bis 67 ganz herziehen? Die würden dann sicher auch jüngere Menschen als Servicekräfte mitziehen?
  • es für ältere und alte Menschen eine städtische Attraktivität, mehr Erlebnisangebote, mehr Ausflüge in die Umgebung, mehr soziales Leben und mehr Mitwirkungsmöglichkeiten gibt?
  • es einen Ausflugsbus zum Theater und zu Konzerten nach Neustrelitz und Waren gibt?
  • es mehr Läden und Geschäfte und Cafés/Restaurants in der Innenstadt gibt, so dass es Spaß macht, zu flanieren?
  • es schöne barrierefreie Wohnungen in der City gibt? Und Einfamilienhausgebiete mit Garten, fußläufig in die Stadt?
  • es einen Architektur-Wettbewerb für ein neues Wohngebiet gibt?
  • eine fahrradgerechte und rollatorgerechte Stadt entwickelt wird?
  • es einen Shuttle für Studierende nach Neubrandenburg gibt?

Aus der AG Bildung und KulturDSC_0651
Achtung, wir befinden uns im Jahre 2030 (Anmerkung der Redaktion)

Vereine

  • Die Vereine in 2030 arbeiten für bestimmte Zwecke zusammen und tauschen sich innerhalb von Städtepartnerschaften über ihr zivilgesellschaftliches Engagement aus.

Treffpunkte

  • Die Bibliothek ist ein heller offener Ort zum Zusammenkommen, Kaffeetrinken mitten im Stadtzentrum, war es die ehemalige Sparkasse?
  • Die Musikschule hat große helle Räume und die Jugendlichen werden ganztags betreut.
  • Alle Schulen arbeiten zusammen, um den jungen Menschen den Weg einfacher zu gestalten.
  • Es gibt regelmäßige Kulturangebote, die zudem ganz wenig Geld kosten und das Kino ist immerzu ausverkauft, denn es macht schönes Programmkino.
  • Malchin ist Stadt der Zukunft mit Bildung im Vordergrund: Alle Schulen sind auf einem Campus, es wird nicht nur theoretisch gearbeitet, sondern viel in Werkstätten, zu denen auch Erwachsene Zutritt haben.
  • Es gibt ganz viele schöne Ecken, an denen das Auge hängen bleibt und an denen man sich gerne aufhält.
  • Der Weihnachtsmarkt ist immer noch so schön, klein und liebevoll wie im Jahre 2015.
  • Der AWO-Jugendclub ist Tag und Nacht für die Jugendlichen da.
  • Für die ganz kleinen Kinder gibt es einen riesigen Spielplatz mit Tieren und einem Streichelzoo. Für die Großen wird Kaffee angeboten.
  • Im Museum, der alten Mühle, treffen sich Ältere und Jüngere.
  • Es gibt einen Wanderweg durch Malchin, der alle interessanten Ecken der Stadt verbindet.
  • Der Park hat einen Pavillon, an dem die Musikschüler und andere musizieren können.
  • Es gibt ein Freiluftkino auf dem Wall.

Wirtschaft

  • Die Gewerbetreibenden haben jungen Leuten, die Ideen haben und etwas entwickeln möchten, kostenlose Gewerberäume zur Verfügung gestellt. Wir nennen das Probier-Stätten.
  • Junge Familien haben nach fünf Jahren zur Miete die Möglichkeit, das Haus kostengünstig und unter Berücksichtigung der geleisteten Mietzahlungen zu kaufen.

Gemeinschaftsaktionen

  • Die Malchiner mobilisieren jedes Wochenende zu einfachen Dingen wie z.B. Grünbepflanzungen, gärtnern und haben eine unglaubliche Lebensfreude, wenn sie mit wenig Mitteln gemeinschaftlich viel realisieren.
  • Im Park stehen Bänke und Würfel für die Jugendlichen, an jeder Ecke Blumenkübel und geschmückte Rabatten.
  • Die schönsten Flächen werden ausgezeichnet.
  • Die Neubauten sind alle ganz ganz bunt.
  • Bei den Malchinern steht das Mitmachen und Selbermachen an erster Stelle: Alle Bänke werden zusammen behobelt und bemalt
  • Siegfried Marcus steht Pate für das Ausprobieren praktischer Teile.
  • Der Kampf gegen den Plastikmüll wurde durch die Schulen im Jahre 2016 gewonnen, so dass jetzt nur noch einmal im Jahr ein lustiger Frühjahrsputz ansteht.
  • Das Motto der Malchiner lautet: Wenn wir was wollen, kriegen wir das doch auch hin.

Hafen

  • Der Hafen ist einer der Orte, an denen sich die Malchiner am liebsten aufhalten, da die Stadt in den letzten 20 Jahren immer näher ans Wasser rückte, eine Eisdiele und ein Café in Betrieb sind und aus dem Industriehafen ein Freizeithafen wurde.
  • 2030 blickt Malchin auf einen Zuwachs von 300 Einwohnern pro Jahr in den letzten 10 Jahren zurück. Geschafft hat sie das durch Mehrgenerationenhäuser und einen engagierten Verein, die bewirkt haben, dass junge Menschen hierblieben oder nach ihrem Studium wieder zurückkamen.

Kinder

  • Der Hunger der Kinder nach Kreativität ist gestillt, auch derer, die in einem abgelegenen Ortsteil leben, dank eines modernen ÖPNV.

 

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