Kleine Brachen zu Stadtgärten oder „Fruchtecken“ erklären

und Christian Bigalke (transition town Rostock)Ca. 20 interessierte Bürger und Bürgerinnen diskutierten am 02. Februar 16 in der Stadtbibliothek Malchin mit Christian Bigalke (Stadt im Wandel/Transition town Rostock) und Joachim Borner zum Buch EINFACH.JETZT.MACHEN von Rob Hopkins und dem Film Voices of Transition, klopften Schnittstellen zu Malchin ab und hielten ihre Ideen und Visionen fest.

„Der Mensch braucht Wärme, Behaglichkeit und Sicherheit; er braucht schöpferische Arbeit und er muss staunen können.“ George Orwell hat damit „Stadt für gutes Leben“ gut umrissen. Er meinte mit Wärme, Behaglichkeit und Sicherheit nämlich nicht nur Heizung, Ohrensessel und Polizei vor der Tür, sondern ein Leben in Gemeinschaft und Nachbarschaften mit menschlicher Wertschätzung, ungezwungenen Begegnen in all unserer Unzulänglichkeit und sozialen Zusammenhalt!

Nun. Nach der Wende mussten sich viele Regionen und Städte in Ostdeutschland neu erfinden.
In dieser Zeit, als wir mit dem Bauhaus in Dessau an Alternativen für die Entwicklung der industriellen Brachen um Bitterfeld und Dessau arbeiteten, trafen wir den irischen Wissenschaftler Richard Douthwait, der im Süden Irlands den Kommunen dabei half, standfester gegenüber Krisensituationen zu werden – von denen Irland genug in den vergangene Jahren und Jahrhunderten abfasste. Und auf diesen Erfahrungen setzt die Idee von Rob Hopkins mit den Transition towns, also den Umbruchstädten auf.

Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass auch wir in der Region Malchin schnell aus den fossilen Energieträgern aussteigen, dringend Klimaschutz und Anpassungen brauchen und die regionalen Wertressourcen in Wert zu setzen. Hoffen, dass sich alles von selbst löst und hoffen, dass andere eine Lösung finden – scheint nach den Erfahrungen der letzten zwanzig Jahre nicht das passende Rezept zu sein. Besser sieht es mit dem Experiment der „Transition“ aus, einer Idee, bei der sich Bürger als Bürger fühlen und Verbesserungen in der Stadt selbst in die Hand nehmen. Sie können sich Transition wie Open-Source-Software vorstellen:
Jeder, der mitmacht, hat darauf Zugriff, wendet es bei sich vor Ort an und ist dadurch auch Teil der Weiterentwicklung. Eine Stadt hat damit zig oder hunderte solcher dezentralen Forschungs- und Entwicklungsstätten.

Wirtschaftliche Regeneration in der Stadt und Region hat klare Adressen: Es sind jährlich Millionen Euro, die aus der Region für Nahrungsmittel abfließen, ebenso sind es Millionen die für Heizöl und Gas und Strom abfließen. Wenn man einen spürbaren Teil von Nahrungsmitteln und Energie von lokalen Unternehmen produziert bekäme, würde Wert, Arbeit und Wohlfahrt hier geschaffen und hier eingesetzt werden. Das betrifft ebenso die Erneuerung der Gebäude, das Einsparen von Energie und Ressourcen oder die Nutzung von Müll und Reststoffen.

Transition fungiert als Katalysator und Brutkasten neuer Ideen und Möglichkeiten. Und es schafft Strukturen, die isoliert existierende Projekte zu vernetzen und dadurch die Möglichkeiten von Veränderungen zu entdecken und nicht von den Veränderungstrends erdrückt zu werden. Haben wir eine Vision, dann haben wir auch einen Anfang und Verbündete. Setzen wir reale Projekte um, inspirieren wir andere sich anzuschließen oder nach zu ahmen.

In der Diskussion hielten wir fest:

  • „Ja, das ist es was uns fehlt: Raum zum Machen, Wirksamkeitsräume für unsere Jugendlichen und für uns auch!“
  • „Aber wirklichen Raum, wo die Verwaltung machen lässt und still hält und nicht bevormundet.“
  • „Dazu brauchen wir Zukunftsbilder! Aber richtige Zukunftsbilder – nicht die infantilisierenden Techniken – wo der leere Kühlschrank bei Lidl Wurst bestellt.“
  • „Wir müssen transparent machen, was an Initiativen und Potentialen in der Region besteht.“
  • „Ja, wir müssen diese Aktionen und die Leute, die sie tragen ins öffentliche Licht bringen und wertschätzen.“
  • „Es ist zuviel Unsinniges wichtig und zuviel gute Ideen und Ansätze werden ignoriert, verschwiegen, abgewertet.“
  • Z.B. Lasst uns einen Bildungscampus bei der Berufsschule einrichten, der „neue Bildung“ anbietet, die nötige Energie selbst erzeugt, Nahrungsmittel für die Kantine aus Stadtgärten holt.“
  • „Kleine Brachen zu Stadtgärten – oder „Fruchtecken“ erklären“
  • „Gemeinsam Essen – Gemeinsam Feiern – Ein Zukunftsstadtfest“
  • „Wir brauchen ein Reparaturcafé und mehr Selbstversorgung“
  • „Warum machen wir nicht eine Initiative zur Aufwertung des Handwerks“
  • „Kennt ihr UPCYCLING?“
  • „Gemeinsam Essen – Gemeinsam Feiern – Ein Zukunftsstadtfest „
  • „ Wir laden junge Forscher nach Malchin ein: sie können Leerstand beziehen“
  • „Künstler können kommen“, wir gründen ein innerstädtisches Energieunternehmen mit PVA auf den Plattenbauten.“

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