EIN BESUCH IM HEIMATMUSEUM

Während wir so durch die Stadt spazierten sahen wir immer wieder Schilder mit der Aufschrift „Malchin gehört zu mir!“ Wir fragten uns, was dahinter steckt! So führten uns unsere Schritte direkt zum Heimatmuseum…

Wir starteten unseren Spaziergang durch Malchin mit einem Besuch des Heimatmuseums. Heute zeigt das Museum einige alte Reproduktionen von Sigfried Marcus Erfindungen. Außerdem kann man zahlreiche Objekte, die alte Handwerke und die Lebensumstände der Menschen damals wiederspiegeln, bestaunen.

Das Gebäude ist auch historisch sehr interessant. Es wurde 1881 gebaut und beherbergte bis 1955 eine Mühle. Sie musste ihren Betrieb einstellen, da es nicht mehr genug Wasser gab. Langezeit wurde der obere Gebäudeteil für Wohnungen, und der untere für einen Copyshop genutzt. In den Jahren ab 1995 entwickelte sich das Gebäude immer mehr zu einem kulturellen Zentrum.

Von Außen sprach uns das Museum besonders durch seine charakteristisch roten Backsteine an. Man konnte den gotischen Stil erkennen, der sich auch in vielen anderen Gebäuden Malchins wiederfindet.

Das Museum befindet sich außerhalb der Stadtmauern. Es liegt dort, wo der Fluss Peene den Volkspark durchströmt, bevor er sich durch das nördliche Industriegebiet windet.

Wir kamen zu der Erkenntnis, dass  das Malchiner Museum vollkommen auf dem Konzept von Heimat beruht. Dies ist ein sehr deutsches Wort und es ist unmöglich, es in eine andere Sprache zu übersetzen. Es bedeutet: „Ort (…) in den ein Mensch hineingeboren wird und in dem die frühesten Sozialisationserlebnisse stattfinden, die zunächst Identität, Charakter, Mentalität, Einstellungen und Weltauffassungen prägen.“ (Wikipedia)

Es ist interessant zu wissen, dass dieses Konzept besonders während der industriellen Revolution in Deutschland geprägt wurde. Damals verließen die Menschen die ländlichen Gebiete, um in den Städten ihr Glück zu suchen. Gleichzeitig fand die politische Einigung aller kleinen Ländereien unter den Preußen zum vereinigten Deutschland statt. Das Heimatgefühl resultierte demnach aus einer Entfremdung und der Suche nach Identität. Leider wurde der patriotische Begriff in den darauffolgenden Jahrzehnten von den Nationalsozialisten missbraucht. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Wort eher vermieden.

Der Malchiner Heimatverein will den Begriff nun wiederbeleben und mit einer positiven Bedeutung füllen. Damit reagiert der Verein auf die Unzufriedenheit der Menschen durch die Globalisierung und daraus resultierende neue Identitätssuche. Außerdem soll der Entfremdung der lokalen Bevölkerung von ihren alten Traditionen und altem Wissen begegnet werden.

Am Ende des Besuchs wurde uns klar, dass die eigene Wahrnehmung der Identität aller Menschen heutzutage auf dem Bewusstsein über die eigenen Wurzeln und demnach dem Heimat-Konzept beruht.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in MALCHIN AKTUELL am von .

Über annekberlin

>PhD Project on Real-World Laboratories and Citizen Science (ENavi| J.Borner - KMGNE; H.Walk - HNEE/TUB) >Studies: Business Communication B.A. (HTW Berlin), Global Change Management M.Sc. (HNE Eberswalde) >Social Media for Adzuna (London), KMGNE and CCClab (Berlin)

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